Die Praterstrasse, Wien Leopoldstadt

seit 1862 (ursprünglich Unter den Felbern und Jägerzeile), führt in den Prater (lat. pratum = Wiese), 1766 von Joseph II. der Öffentlichkeit freigegeben.

Die heutige Praterstraße entstand um 1560, als Kaiser Maximilian II., ein begeisterter Waidmann, den Prater zum kaiserlichen Forst und Jagdrevier erklärte. Die Baugründe zwischen Schwedenbrücke und Prater stellte er seinen Jagd- und Forstgehilfen zur Verfügung und ließ entlang einer geraden Zeile Häuser für sie errichten. Dadurch erhielt die Straße ihren ersten Namen: Jägerzeile. Während der Zeit des Biedermeier und anlässlich der Weltausstellung 1873 wurde die Jägerzeile - mit Unterstützung des jüdischen Bürgertums - zu einer mondän-eleganten Prachtstraße ausgebaut und galt als einer der schönsten Wiener Boulevards. Die Noblen und Reichen, aber auch Schauspieler, Künstler, Schriftsteller und Intellektuelle ließen sich gerne in den hier ansässigen Kaffeehäusern und Etablissements blicken.

Prominente BewohnerInnen der Praterstraße waren Johann Strauß Sohn (1825-1899), Dr. Karl Renner (1870-1950), Ferdinand Raimund (1790-1836), Johann Nestroy (1801-1862), Josefine Gallmeyer (1838-1884), Arthur Schnitzler (1862-1931) und Max Steiner (1888-1971) wurden hier geboren, auf Nr. 44 befand sich die Ordination von Alfred Adler, dem Begründer der Individualpsychologie, auf Nummer 22 lebte Elias Canetti (1905-1994), Literaturnobelpreisträger von 1981, während seiner Schulzeit.
Die Praterstraße führt vom Donaukanal, Ecke Taborstraße Untere Donaustraße (Nr. 1) bis zum Praterstern (Nr. 78).

Die Straßenbahnlinien A, Ak, B, Bk, 24 (24R, 24K) später 25R & K fuhren über Praterstraße und brachten die Menschen aus ganz Wien zu dieser Prachtstraße. Nach dem Bau der U1 und dem Umbau der Praterstraße in eine vierspurige Autobahn in den letzten Jahrzehnten verlor die Gegend den Glanz der Vergangenheit…

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