Nahversorgung ist gerecht

Sichere Versorgung darf kein Privileg mobiler Menschen sein. Wenn die tägliche Fahrt ins Einkaufszentrum zum Muss wird haben viele Menschen in unserer Gesellschaft das Nachsehen. Nicht nur sind die großen Verkaufseinheiten meist dezentral gelegen und öffentlich oft schwer erreichbar. Es geht auch der lokale Bezug verloren. Gerade ältere Menschen schätzen die lokale Verankerung und brauchen die persönlichen Kontakte mit bekannten Personen. Die Nahversorgung unterbindet daher die fortlaufende Entfremdung. Sie dient als Ergänzung und manchmal sogar als Ersatz für Nachbarschafft und schafft so Sicherheit.

Nahversorgung ist aber mehr als nur eine Frage des schnellen Zugangs zu Gütern und Dienstleitsungen. Eine funktionierende Nahversorgung ist ein Ausdruck einer gleichmäßigen und gerechten Verteilung des öffentlichen Raums zwischen allen Teilen der Gesellschaft. Alle können in gleichem Maß am der Fläche teilhaben. Indofern ist eine funktionierende Nahversorgung eine Grundvoraussetzung einer sozial gerechten Gesellschaft. Wien brauchtin vielen Teilen der Stadt eine Neu-Entwicklung der bereits degenerierten Nahversorgung. Der öffentliche Raum muss der Bevölkerung - und zwar allen Teilen davon - zurückgegeben werden. Verkehrsflächen, Einfahrten, Garagen kommen tendenziell nur bestimmten Gruppen der Bevölkerung zugute. Insofern ist Nahversorgung eine Form der gerechten Verteilung des Reichtums einer Stadt.

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